Meppen. „Meppener City Galerie“. Dies ist der Arbeitstitel für eine Einkaufspassage zwischen Burgstraße und Markt, die das Büro „2e Architekten Hülsmann und Sowka“ entwickeln will.
Die Einkaufspassage in der Innenstadt soll über fünf Eingänge von allen großen Achsen erreichbar sein. Grafik: Achitekturbüro/Wittwer
Von Hermann-Josef Mammes - Dabei überplanen die beiden Meppener Architekten Andreas Hülsmann und Armin Sowka eine Grundfläche von 5600 Quadratmetern in der „guten Stube“ der Kreisstadt. In einem Gespräch mit unserer Zeitung stellen beide das Gesamtkonzept vor. „Wir wollen die Attraktivität der Innenstadt steigern“, sagte Sowka. Nach seiner Einschätzung beinhaltet die Entwicklung der Meppener Einkaufsstruktur nicht nur die oft diskutierten Risiken, sondern auch „ungeahnte Möglichkeiten“. Dabei sei jedoch das Mitwirken der Gebäudeeigentümer und Kaufleute immens wichtig.
Nach Auskunft der beiden Architekten haben sie ihre Idee in mehreren Einzel- und Gruppengesprächen bereits den insgesamt 16 Eigentümern des Quartiers sowie dem Stadtbauamt vorgestellt. Dazu Andreas Hülsmann: „Mit unserer Projektentwicklung sind wir größtenteils auf offene Ohren, reges Interesse und auch Investitionswillen gestoßen.“ Dies bestätigte auch Andreas Beyer. Er ist Inhaber der Ladenfläche am Markt 25, die das Douglas-Fachgeschäft beherbergt. Auch er könne sich für die Idee begeistern.
Nach Einschätzung der beiden Architekten „wissen die Marktanrainer sehr wohl, dass der Marktplatz aufgewertet werden muss“, damit er für die Zukunft gerüstet ist. Das Konzept überplant mit Ausnahme eines Gebäudes (Jeans Point/Zahnarzt Wehlen) das gesamte Areal. Zudem soll in dem Innenstadtquartier das unter Denkmal stehende Gebäude der früheren Weinhandlung Mette erhalten bleiben. Falls jedoch nicht alle 16 Gebäudebesitzer im ersten Schritt mitmachen wollen, seien Insellösungen möglich. Grundsätzlich würden die Häuser jedoch abgerissen. Im Erdreich sollen dann 120 Parkplätze entstehen. „Die Ein- und Ausfahrt soll in Richtung Obergerichtsstraße erfolgen“, sagte Sowka.
250 Parkplätze Die beiden Architekten könnten sich jedoch vorstellen, dass die Stadt Interesse an weiteren Parkmöglichkeiten in der Innenstadt hat. „Mit der geplanten Neugestaltung des Marktplatzes in den kommenden Jahren könnten dort weitere Parkplätze errichtet werden, sodass die Tiefgarage insgesamt sogar über 250 Stellplätze verfügen würde“, ergänzte Hülsmann. Von der Tiefgarage aus gelangt der Kunde über Aufzüge direkt in die Etagen der Passage.
Die Meppener City Galerie selbst soll später mehrere Sichtachsen direkt zum Markt erhalten. „Unser Ziel ist es aber auch, die Burgstraße aufzuwerten und anzubinden“, so die Planer. So erhält die Passage weitere Zugänge zur Burgstraße. In Richtung Markt sollen „kleinteilige Fassaden“ dem Flair der Innenstadt mit Geschäften und Boutiquen angepasst werden. In Richtung Burgstraße seien jedoch „moderne Baukörper mit größeren Verkaufsflächen“ geplant. Im Erdgeschoss sind durchaus Verkaufsflächen in einer Größenordnung von bis zu 800 Quadratmetern geplant. Diese könnten sogar im Einzelfall über eine Zweigeschossigkeit auf 1500 Quadratmeter erweitert werden.
Das Obergeschoss wird mit einer umlaufenden Galerie ausgestattet. Zudem soll eine Glasabdeckung die lichtdurchfluteten fünf Passagenstiege vor Wind und Wetter schützen. Außer zusätzlichen Verkaufsflächen seien hier auch Artpraxen und Büros denkbar. Zusätzlich könnten Wohnungen in den Obergeschossen integriert werden.
Gleichwohl ist das Gesamtkonzept noch nicht in trockenen Tüchern. Auf Nachfrage sagten die beiden Architekten: „Rund 80 Prozent der Inhaber haben Interesse bekundet.“ Mit ihrem Konzept wollen sie jedoch einen Weg aufzeigen, um die Attraktivität der Innenstadt zu steigern. Auch ihnen ist klar: „Weitere Gespräche werden über die Realisierung entscheiden.“ Sie wollen trotzdem versuchen, das Vorhaben zeitnah umzusetzen. Die Bauzeit würde sich nicht zuletzt wegen der Tiefgarage auf eineinhalb Jahre summieren.