Haren. Auf dem Neujahrsempfang des CDU-Kreisverbandes Meppen hat der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Patienten, Staatssekretär Karl-Josef Laumann, gefordert, dem Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Flüchtlingsdebatte zu folgen. Noch nie seit 70 Jahren sei es Deutschland so gut gegangen.

CDU-Kreisvorsitzender Karl-Heinz Knoll erinnerte in seiner Einführung die Gäste im voll besetzten Saal Hagen in Haren daran, dass es gelungen sei, in Deutschland einen Beschäftigungsrekord für Arbeitnehmer in vorher nie gekannten Ausmaßen aufzustellen. „Noch nie war die Arbeitslosigkeit so niedrig, und es wurden keine neuen Schulden gemacht“, sagte Knoll in Anspielung auf die von Merkel geführte Bundesregierung. Natürlich müsse man auf die Kommunalwahlen im September besonderes Augenmerk legen, damit die Christdemokraten auf allen Ebenen ihre erfolgreiche Politik fortsetzen könnten. Dazu müsse die CDU auch in allen Bereichen, bei Jüngeren und Älteren, die geeigneten Kandidaten aufstellen. Harens Bürgermeister Markus Honnigfort forderte in seiner Ansprache eine schnelle und deutliche Absenkung der Flüchtlingszahlen, da die Kommunen völlig überlastet seien. Honnigfort stellte die Frage, warum Menschen aus Ländern wie Marokko, Tunesien und Algerien nicht schneller abgeschoben werden könnten, da es hier lediglich eine Anerkennungsquote von 3,74 Prozent gebe. Der Rathauschef dankte zugleich allen Mitarbeitern in den Verwaltungen, die in großartiger Manier eine große Arbeit abgeliefert hätten. „Ich danke auch dem Landkreis , aber auch den vielen Ehrenamtlichen, ohne die wir auf halbem Weg stehen geblieben wären“, so Honnigfort zu den Gästen. Seit 70 Jahren Frieden Gastredner Karl-Josef Laumann sagte, dass es Deutschland noch nie so gut gegangen sei, wie in dieser Zeit. „Niemand darf vergessen, dass seit 70 Jahren Frieden herrscht.“ Hier sei die erste Generation versammelt, die komplett ohne Krieg auf europäischem Boden habe leben können, und bemerkte, dass es bei aller Kritik die Bundeskanzlerin sei, die das zusammenhielte, was Europa bedeute. „Grenzkontrollen, wie von vielen gefordert, sind so nicht machbar, da die Wirtschaft ihre Warenlager auf der Straße in Lkw hat“, mahnte Laumann. Ohne einen freien Warenverkehr sei der Wohlstand aller in Gefahr. Laumann erinnerte an die erfolgreiche Wirtschaftspolitik der Union. Als er einst als Minister in Nordrhein-Westfalen das Wirtschaftsressort übernommen hätte, seien dort allein rund 2 Millionen Menschen arbeitslos gewesen. „Seit 1969 haben wir zum ersten Mal wieder einen ausgeglichenen Haushalt“, mahnte Laumann, nicht mehr Geld auszugeben, als man vorher eingenommen habe. Beim Thema Obergrenze für Flüchtlinge erinnerte der Redner daran, dass Länder in Europa, aber auch die USA während der Nazi-Diktatur Obergrenzen für jüdische Flüchtlinge gezogen hätten. Daraufhin seien diese zurückgeschickt und grausam ermordet worden. Natürlich, so mahnte Laumann, müsse man auf die Ursachen der Flüchtlingswelle schauen. „Teile unseres Wohlstands bestehen auch darin, dass wir den Menschen in Afrika nie faire Chancen gegeben haben, einen eigenen Lebensstandard aufzubauen.“ Deutschland benötige aber auch Zuwanderung, um selbst weiter in wirtschaftlich gesunden Bahnen voranzukommen. Burka gehört nicht zu Deutschland Eine Schande nannte der häufig emotional werdende Laumann die Tatsache, dass bei den Flüchtlingsrationen für die UN der Betrag von 1 US-Dollar auf gerade einmal 45 US-Cent herabgesetzt worden sei. Natürlich müssten aber auch die Migranten lernen, dass Frauen eigenständig und selbstbewusst in diesem Land lebten. „Eine Burka gehört nicht zu Deutschland“, stellte er klar, machte aber auch deutlich, dass bis in die 1970-er Jahre eine Ehefrau hier ihren Mann habe unterschreiben lassen müssen, wenn sie einen Arbeitsvertrag hätte abschließen wollen. ohne Bleibeperspektive Natürlich werde es auch schmerzliche Bilder geben, wenn Menschen ohne Bleibeperspektive abgeschoben würden, zeigte der Redner auf. Er forderte dazu auf, Kanzlerin Merkel weiter auf ihrem Weg zu unterstützen. „Der Plan kann nicht von heute auf morgen wirken“, so der Staatssekretär, der auch daran erinnerte, dass ohne die vielen Pflegekräfte aus Osteuropa in manchem Pflegeheim längst die Lichter ausgegangen wären. Zum Schluss wies er auf die Vermächtnisse der CDU-Kanzler Adenauer, Erhardt und Kohl hin. „Die CDU ist keine Klientelpartei und auch nicht für Einzelinteressen oder Ideologien zuständig. Wir orientieren uns auch in Zukunft am Allgemeinwohl und am Menschenbild“, meinte Laumann. Er ergänzte: „Zu viele Mitglieder der Jungen Union sind in der Mittelstandsvereinigung unterwegs, aber nicht in der Christlichen Arbeitnehmerschaft (CDA) der Partei.“