CDU im Emsland

„Auch Politik muss handeln“

Lammert: Trägheit überwinden

lj Lingen. Dr. Werner Remmers, der am Freitag 80 Jahre alt wurde und als ein Mann der klaren Worte bundesweit bekannt ist, hätte sicherlich seine Freude daran gehabt, wie sein Freund, der Bundestagspräsident Professor Dr. Norbert Lammert (CDU), den Deutschen einige wichtige, aber unangenehme Wahrheiten ins Stammbuch schrieb.

 

Reißenden Absatz fand das von Norbert Lammert geschriebene Buch "Einigkeit.Und Recht.Und Freiheit."
Nutzten die Gelegenheit zum Gespräch: Der Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung, Prof. Dr. Hans-Gert Pöttering und Bundestagspräsident Professor Dr. Norbert Lammert. Herzlich begrüßt wurde Marianne Remmers, die Ehefrau von Dr. Werner Remmers. Im Gespräch: Marianne Remmers und Norbert Lammert. Zu den Gästen zählte auch Ministerialrätin i.R. Martha Ortmann. Sie gehört dem Vorstand der Ludwig-Windthorst-Stiftung an. Vorsitzende des Kuratoriums der Ludwig Windthorst-Stiftung ist Ursula Haar, Lingens Erste Bürgermeisterin. Freute sich über den hohen Besuch: LWH-Leiter Dr. Michael Reitemeyer. Von links: Norbert Lammert, Hermann Bröring und Martha Ortmann. Gruppenbild mit den Stipendiaten der Ludwig-Windthorst-Stiftung. Norbert Lammert (linls) und Hermann Bröring. Viel Applaus gab es für Norbert Lammert nach dessen Vortrag. Rund 230 Zuhörer verfolgten die Rede von Norbert Lammert. Der Geschäftsführer der Ludwig-Windthorst-Stiftung, Studienleiter Dr. Georg Wilhelm, überreichte Bundestagspräsident Professor Dr. Norbert Lammert zum Dank für dessen Auftritt ein Buch mit Briefen von Ludwig Windthorst. Für eine gelungene musikalische Umrahmung sorgten Wolfgang Hockmann (Klavier) und sein Sohn Matthias (Saxophon/Klarinette). Die Papenburger gehören der Musikschule des Emslandes an.

Aus gesundheitlichen Gründen konnte Remmers am Sonntag nicht an der Jahrestagung der LudwigWindthorst-Stiftung in der Aula des Ludwig-Windthorst-Hauses teilnehmen. Man hätte eine Stecknadel fallen hören können, als der nach dem Bundespräsidenten zweithöchste Repräsentant Deutschlands vor 230 Gästen über das Thema „Vor 20 Jahren, in 20 Jahren – Das vereinte Deutschland im 21. Jahrhundert“ sprach.

Die Deutschen hätten eine besondere Begabung darin, Ereignisse wie die Wiedervereinigung, die historisch ohne Beispiel sei, rückblickend als normal anzusehen. Viele seien sich der historischen Dimension nicht bewusst. „Glücklichere Verhältnisse als jetzt haben die Deutschen aber noch nie in ihrer 1000-jährigen Geschichte gehabt.“ Der 62-Jährige machte deutlich, dass historische Umwälzungen wie die Deutsche Einheit und die Europäische Einigung immer eine lange Vorlaufzeit hätten. „Genauso wie die Reformation nicht mit dem Anschlag von Luthers Thesen am 31. Oktober 1517 vor der Tür der Schlosskirche Wittenberg begann, sondern das Ergebnis einer Entwicklung war, so verhält es sich mit der Deutschen Einheit.“ Obwohl die Aufstände am 17. Juni 1953 in der DDR und in Ungarn 1956, der Prager Frühling 1968 und die Verhängung des Kriegsrechts 1980 in Polen offenkundige Niederlagen für das Streben nach Freiheit gewesen seien, hätten sie doch gezeigt, dass die Menschen niemals einen „unnormalen Zustand akzeptieren wollen“.

Jetzt hätten wir in Deutschland „normale demokratische Verhältnisse“. Und diese verleiteten die Bürger zur Trägheit. Es sei besorgniserregend, dass immer weniger Menschen bereit seien, sich langfristig politisch und gesellschaftlich zu engagieren.

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels forderte er den Bundestag auf, endlich die notwendigen Entscheidungen zu treffen, auch wenn sie für die Wähler unangenehm seien.

Im Übrigen betonte der Redner die besondere Verantwortung Deutschlands in Europa. Der Kontinent habe eine gemeinsame kulturelle Geschichte. Europa sei deshalb eine großartige Idee.

MdB Dr. Hermann Kues, Vorsitzender der Stiftung, dankte Lammert für dessen „brillanten“ Vortrag. Die von Dr. Remmers ins Leben gerufene Stiftung verfolgt u.a. das Ziel, junge Menschen zu fördern, die sich besonders engagieren.