SU Meppen blickt hinter die Kulissen des St. Vitus-Werks – Inklusion als Erfolgsmodell im Emsland
Auf großes Interesse stieß die jüngste Veranstaltung der Senioren-
Union im CDU-Stadtverband Meppen. Zahlreiche Mitglieder und Gäste folgten
der Einladung zur Besichtigung des St. Vitus-Werks am Standort Zeissstraße in
Meppen. Ziel der Veranstaltung war es, Einblicke in die vielfältige Arbeit der
Einrichtung zu erhalten und gleichzeitig ein wichtiges gesellschaftliches Thema
in den Mittelpunkt zu rücken: die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am
Arbeitsleben und am gesellschaftlichen Leben.
Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden der Senioren-Union, Reinhard Todt, hieß
der stellvertretende Vorsitzende Heinz Cloppenburg die Teilnehmerinnen und
Teilnehmer herzlich willkommen. Cloppenburg betonte, dass es der Senioren-Union
ein besonderes Anliegen sei, jedes Jahr auch eine Veranstaltung mit sozialem
Schwerpunkt anzubieten.
„Gerade Themen wie Inklusion, Teilhabe und gesellschaftlicher Zusammenhalt
verdienen unsere Aufmerksamkeit. Deshalb freuen wir uns sehr, heute einen Blick
hinter die Kulissen des St. Vitus-Werks werfen zu dürfen“, so Cloppenburg.
Zu den Gästen zählten auch der Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes Meppen, Arne
Fillies, sowie der Vorsitzende der CDU-Stadtratsfraktion, Dr. Hubert Kruse.
Im Anschluss stellte Geschäftsführer Michael Korden die vielfältigen Aufgabenfelder
von Vitus vor. Dabei wurde deutlich, welche Bedeutung die Einrichtung für die Region
besitzt. Rund 1.800 Menschen werden in den verschiedenen Angeboten begleitet und
unterstützt. An rund 60 Standorten im Emsland bietet Vitus Leistungen in den
Bereichen Frühförderung, schulische Bildung und Berufsvorbereitung, berufliche
Qualifizierung und Teilhabe am Arbeitsleben, Wohnen und Assistenz sowie Therapie
und Prävention an.
Korden ging dabei auch auf aktuelle Herausforderungen ein. Sorge bereite
insbesondere die Entwicklung im Bereich der Frühförderung, deren Leistungen
zunehmend verzögert bewilligt oder eingeschränkt würden. Gleichzeitig stelle die
Gewinnung qualifizierter Fachkräfte eine der größten Zukunftsaufgaben sozialer
Einrichtungen dar.
Im Mittelpunkt des Besuchs stand anschließend der Bereich „Berufliche Qualifizierung
und Teilhabe am Arbeitsleben“. Werkstattleiter Christian Thien stellte die Arbeit der
Vitus-Werkstätten ausführlich vor und erläuterte die Veränderungen, die sich in den
vergangenen Jahren ergeben haben.
Dabei werde der Schwerpunkt zunehmend von einer klassischen
Beschäftigungseinrichtung hin zu einer qualifizierenden Bildungs- und
Entwicklungseinrichtung verlagert. Ziel sei es, Menschen mit Behinderungen
individuell zu fördern, berufliche Kompetenzen zu vermitteln und ihnen neue
Perspektiven auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu eröffnen.
Besonders beeindruckt zeigten sich die Besucher von der engen Zusammenarbeit des
St. Vitus-Werks mit der regionalen Wirtschaft. Im mittleren Emsland sind mittlerweile
rund 200 Unternehmen als „Inklusiver Betrieb“ anerkannt. Diese Betriebe leisten einen
wichtigen Beitrag dazu, Menschen mit Behinderungen Praktika, Arbeitsmöglichkeiten
und berufliche Perspektiven außerhalb der Werkstätten zu eröffnen.
Die Kooperationen verdeutlichen, dass Inklusion nur gemeinsam gelingen kann. Die
Werkstätten übernehmen dabei eine wichtige Brückenfunktion: Sie qualifizieren,
begleiten und unterstützen Menschen auf ihrem Weg in Beschäftigung und schaffen
gleichzeitig Verbindungen zur regionalen Wirtschaft.
Vorgestellt wurden zudem die verschiedenen Arbeitsbereiche des
Inklusionsunternehmens. Dazu gehören unter anderem Garten- und Landschaftsbau,
Maler- und Bodenbelagsarbeiten, Elektroprüfdienstleistungen sowie Gebäudeservice.
Durch moderne Organisationsstrukturen, neue Ausbildungsangebote und digitale
Lösungen werden die Angebote kontinuierlich weiterentwickelt.
Großes Interesse weckte auch die Marke „Natürlich Vitus“. Unter diesem Label werden
hochwertige regionale Produkte vermarktet – von Brotbackmischungen bis hin zu
Teespezialitäten aus eigener Herstellung. Ergänzt wird das Angebot durch einen
Onlineshop sowie den „Rollenden Werkstattladen“, der die Produkte direkt zu den
Kunden bringt. Für dieses Angebot werden derzeit ehrenamtliche Unterstützerinnen
und Unterstützer gesucht. Zudem informierten die Verantwortlichen über die Vitus-
Werkstatt-App, mit der sich Interessierte über Arbeitsangebote, Produkte und Projekte
informieren können.
Zum Abschluss nutzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit für
zahlreiche Fragen und einen intensiven Austausch mit den Verantwortlichen. Die
Senioren-Union zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt der Angebote und dem
Engagement der Mitarbeitenden.
Reinhard Todt zog ein positives Fazit: „Das St. Vitus-Werk leistet einen unschätzbaren
Beitrag für unsere Region. Hier werden Menschen nicht nur betreut, sondern gefördert,
qualifiziert und auf ihrem Weg begleitet. Es war beeindruckend zu sehen, mit wie viel
Herzblut und Professionalität hier gearbeitet wird. Solche Einblicke helfen dabei,
Verständnis zu schaffen und den Wert von Inklusion für unsere Gesellschaft sichtbar
zu machen.“
Auch Arne Fillies zeigte sich beeindruckt von den vorgestellten Angeboten: „Die
Werkstätten leisten wichtige Arbeit, aber ebenso bemerkenswert ist die Bereitschaft
vieler Unternehmen in unserer Region, Menschen mit Behinderungen Chancen zu
eröffnen. Diese Partnerschaft ist ein echtes Erfolgsmodell für das Emsland und zeigt,
wie gelebte Inklusion gelingen kann. Die enge Zusammenarbeit zwischen dem St.
Vitus-Werk und den zahlreichen inklusiven Betrieben macht deutlich, dass
gesellschaftliche Teilhabe dann besonders erfolgreich ist, wenn soziale Einrichtungen,
Wirtschaft und Gesellschaft gemeinsam Verantwortung übernehmen.